Wer gut bloggt, braucht keine Werbung

Selbstständige gibt es wie Sand am Meer. Wer bei Google „Marketing-Experte“ eingibt, bekommt mehr als 600.000 Treffer. Bei so vielen Angeboten – wie kann man sich da hervorherben? Durch einen Blog! Das weiß Marketing-Expertin Martina Fuchs. Ihren eigenen Blog hat Martina erst Anfang dieses Jahres gelauncht und nach nur sechs Monaten wurde sie, im Rahmen der Münchner Webwoche,  mit dem Isar Netz Blog Award als beste Unternehmensbloggerin ausgezeichnet.

Dein Blog ist ja noch ein recht junges Küken. Wie kam es denn zur Gründung?

Also erstens schreibe ich einfach gerne. Zweitens muss ich ja auch Werbung für meine Arbeit machen. Und was ich meinen eigenen Kunden empfehle, lebe ich prinzipiell selbst. Da war es für mich auch ganz wichtig, zuerst zentral mit einem Blog zu starten, um den sich dann die anderen Kanäle herumgruppieren, wie zum Beispiel die sozialen Medien und meine Website.  

Und wieso dann gerade ein Blog?

Eine reine Website ist mir zu statisch. Bei einem Blog stehen Nutzen und Mehrwert für den Leser im Vordergrund. Hier kann ich meine Expertise durch Wissenstransfer untermauern und so PR für mich selbst machen. Idealerweise schaffe ich es, eine Verbindung zu meinem Leser herzustellen und so einen neuen Kunden zu gewinnen.  

Wie gewinnst du Kunden über den Blog?

Der Leser befindet sich vielleicht gerade in einer Phase, in der er Tipps zum Thema Online-Marketing und PR braucht. Er liest sich also ein paar meiner Artikel durch und erkennt dadurch, dass mein Expertenstatus fundiert ist. Durch meine Beiträge erhält er praktische und sofort umsetzbare Impulse. Durch diesen Wissenstransfer kann ich meinen eigenen Experten-Status untermauern und für ihn erlebbar machen. Das baut Vertrauen auf! Die wichtigste Basis für Erfolg im Web.

Machst du dich nicht arbeitslos, wenn du dein ganzes Wissen schon im Blog verschenkst?

Ich gebe den Menschen schon handfeste Informationen mit auf den Weg, mit denen sie arbeiten können. So gesehen verschenkt man wertvollen Content, trotzdem gibt es eine unsichtbare Grenze zwischen Free Content und Paid Content. Man verschenkt ja nicht seine Kronjuwelen, wenn man mit seinem Wissen und seiner Erfahrung Geld verdienen möchte. Wenn der Kunde mehr zu einem Thema wissen möchte, dann wird er dich beauftragen.

Kommt man nicht drum herum, sein Wissen preiszugeben?

Es gibt wenig Wissen, das man nicht kostenlos im Netz findet. Ich möchte gerne anderen die Scheu nehmen, selbst einen Blog zu starten. Es wird immer mindestens fünf andere geben, die auch etwas zu dem Thema sagen können. Dann muss man sich natürlich überlegen: Will ich selbst unter diesen fünf anderen stehen oder tauche ich nirgends auf? Und wenn Du nicht sichtbar bist, dann weiß der Kunde ebenfalls nicht, dass es Dich gibt und Du verschenkst die Chance auf einen Auftrag.

Wie hebst du dich von anderen Unternehmensblogs ab?

Vor allem durch mein Thema. Ich habe mich sehr stark auf das Thema Expertenmarketing und Positionierung spezialisiert. Außerdem lege ich sehr viel Wert auf Design und Gestaltung. Ich will einfach allem meine eigene Handschrift geben.

Ist dein Blog deshalb auch so persönlich?

Ja, genau. Ich spreche meine Leser auch immer mit DU an. Das macht die Sache persönlicher und stellt eine Verbindung her. Die Leute sollen erkennen und spüren, wer hier mit ihnen spricht. Die Menschen wollen Emotionen und berührt werden. Und: Menschen kaufen am liebsten bei Menschen! Menschen, die sie kennen und denen sie vertrauen. Wenn sie eine längere Zeit Deinen Blog lesen haben sie das Gefühl, Dich zu kennen. Das hat auch dazu geführt, dass ich den Award für den besten Unternehmensblog bei der Münchner Webwoche bekommen habe.

Weil Deine Leser dort für dich abgestimmt haben?

Ja, genau. Die Leserabstimmung konnte ich ja nicht beeinflussen. Unter den Mitbewerbern waren zum Beispiel Sportscheck oder das Jüdische Museum in München. Sport Scheck hätte es mit seinen fast 200.000 Facebook-Fans eigentlich leicht gehabt, das zu gewinnen, aber ich habe es anscheinend besser geschafft, meine Community zu mobilisieren. Auch die Jury war erstaunt, wie viele Votings da täglich für mich reinkamen. Da sieht man, wie wichtig es ist, einen guten Draht zu seinen Lesern aufzubauen.

Ist ein Blog also schon so etwas wie ein Muss für Selbständige?

Ja, ich denke schon. Je kleiner ein Unternehmen ist, desto wichtiger ist ein Blog. Selbst mit einem kleinen Werbebudget kannst Du mit Deinem Blog groß rauskommen. Und wenn Du Dich für WordPress entscheidest, geht das sogar, bis auf Hosting und Domain, völlig kostenlos.

Wie oft postest Du?

Ich versuche schon, einmal die Woche zu posten, in Ausnahmefällen alle zwei Wochen. Ich habe mir angewöhnt, meine Posts in Blöcken zu produzieren. In der Regel reserviere ich mir die ersten zwei bis drei Tage jedes Monats, um an meinem Blog zu schreiben. Man sollte sich eigentlich einen Tag in der Woche zum Schreiben einplanen. Es gibt ja noch einiges mehr zu tun, zum Beispiel Texte einpflegen und Social Media.

Aber es lohnt sich?

Definitiv! Bloggen ist viel Arbeit, aber es lohnt auf jeden Fall. Ein Blog hilft Dir dabei, am Markt als Experte sichtbar zu werden und durch Dein Wissen Kunden zu begeistern und zu gewinnen. Es ist die Mühe wirklich wert!

Alle Bilder © Martina Fuchs 

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Weitere Unternehmensblogger im Interview:

Über Martina Fuchs:

Martina ist im klassischen Journalismus groß geworden. Ihre Karriere startete sie bei der Tageszeitung. Aufbauend darauf war sie für internationale Magazine wie Cosmopolitan, Harper’s Bazaar und Homes & Gardens tätig.Vor 20 Jahren hat sie sich im Bereich Marketing und PR selbstständig gemacht.

Mittel

Ihre Agentur „Martina Fuchs Experten+Marketing“ unterstützt seit dem selbständige Unternehmer und Berater dabei, sich als Experte zu positionieren und Kunden zu gewinnen.

1 Antwort
  1. Roland Kopp-Wichmann
    Roland Kopp-Wichmann says:

    Sind genau auch meine Erfahrungen.
    Meinen Blog betreibe ich seit fast zwölf Jahren mit mittlerweile über 1.000 Posts. Für meine Persönlichkeitsseminare und Coachings mache ich deshalb keine Akquise oder Postwerbung, weil 90 Prozent der Teilnehmer über den Blog kommen.
    Es ist viel Arbeit, so kontinuierlich guten Content zu bieten, aber es lohnt sich definitiv.

    Antworten

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