SwagTab und Sparhandy übers bezahlte Bloggen: Bleib’ Deinen Fans treu!

YouTuber können nicht nur mit Werbung Geld verdienen – auch Bloggen in Kooperation mit einem Unternehmen kann Sinn machen. Etwas abgucken kann man sich da beim YouTuber Franz Feuerer, einem der bekanntesten Technik-YouTuber Deutschlands. Seit Juni 2015 produzieren er und sein Partner „Fuchs“ den Kanal sparmag für den Online-Shop Sparhandy. Wir haben mit Franz und seinem Auftraggeber darüber gesprochen, was eine gute Kooperation ausmacht und was sich sowohl Unternehmen als auch Blogger von so einer Zusammenarbeit versprechen dürfen.

Lieber Franz, du bist YouTuber und machst Videos für ein Unternehmen. Warum hast du damit angefangen, was waren die Vorteile?

Franz Feuerer: Mit dem Wachstum meines Kanals kamen in den letzten Monaten auch immer mehr Anfragen von verschiedensten Unternehmen. Oft passen die Unternehmen aber absolut nicht zu meinem Kanal. Im Falle von Sparhandy war das allerdings anders. Nach einem Treffen vor Ort bei Sparhandy in Köln war ich mir ziemlich sicher, den richtigen Partner gefunden zu haben.
Es ist einfach gut, ein starkes Unternehmen hinter sich zu haben, das einen einerseits mit Testgeräten und finanziell unterstützt, dem man aber andererseits auch komplett vertrauen kann.

Kann man gleich als Unternehmens-Tuber beginnen oder braucht man immer zuerst einen eigenen Channel?

Da gibt es in meinen Augen keine Pauschal-Antwort. Fakt ist aber, dass mit einem eigenen, großen Channel die Chance deutlich steigt, von Unternehmen kontaktiert und ernst genommen zu werden. Das ist wie in der normalen Berufswelt. Wer schon etwas Positives vorzuweisen hat, ist normalerweise im Vorteil.

Ab welcher Größe deines eigenen Kanals kamen Unternehmen auf dich zu?

Das ging schon bei etwa 3.000-5.000 Abonnenten los. Wirklich interessante und seriöse Angebote kamen aber erst später. Generell hat sich hier aber einiges geändert. Viele Unternehmen haben verstanden, welche Reichweite YouTube besitzt. Ich höre mittlerweile von vielen Kollegen mit weniger Abonnenten, dass sie durchaus interessante Angebote bekommen.

Nach welchen Kriterien hast du ausgewählt, mit wem du eine Kooperation eingehst?

Hauptsächlich habe ich geschaut, dass das Unternehmen zu meinem Kanal passt, seriös arbeitet und wir ähnliche Vorstellungen von einer Zusammenarbeit haben.

So kündigten die YouTuber von SwagTab und FuchsPhone im Juni 2015 den neuen Channel mit Sparhandy an:

Was sind die No-Gos für eine Zusammenarbeit mit Unternehmen?

Sobald ein Unternehmen mir vorschreiben möchte, wie meine Videos inhaltlich auszusehen haben oder versucht, mir meine eigene Meinung zu verbieten, breche ich den Kontakt eigentlich sofort ab.
Mein Kanal lebt von meiner Glaubwürdigkeit. Da wäre es extrem kontraproduktiv, die eigene Meinung zu verkaufen.

Wie stark wirst du in die Themenfindung und Formatgestaltung eingebunden?

Sparhandy lässt meinem Partner und mir da eigentlich völlig freie Hand. Klar, am Ende müssen neue Formate natürlich vom Auftraggeber abgesegnet werden, aber es kam bisher noch nie vor, dass wir uns da uneinig waren.

Von welchen Werbeformen oder Arten der Kooperation würdest du anderen YouTubern abraten?

Wie oben bereits erwähnt: Sobald ein Unternehmen versucht, die Meinung eines YouTubers zu kaufen, sollte man den Kontakt abbrechen. Das bringt vielleicht kurzfristig viel Geld, auf lange Sicht zerstört es aber den eigenen Kanal.

Gleichzeitig sollten sich die YouTuber aber auch immer ihres eigenen Wertes bewusst sein und sich nicht von Unternehmen ausnutzen lassen.

Hatte die Zusammenarbeit mit Unternehmen Auswirkungen auf deinen Channel? Wenn ja, welche?

Der Großteil meiner Zuschauer hat mich sofort unterstützt und das Ganze ziemlich positiv aufgenommen. Ich denke, sie sehen auch, dass die Partnerschaft mit Sparhandy für mich eine ziemlich große Chance ist. Klar ist da dann auch mal der ein oder andere dabei, der befürchtet, dass ich meinen eigenen Kanal durch die Partnerschaft vernachlässigen könnte. Aber die Leute haben in den letzten Wochen ja gesehen, dass genau das nicht passiert ist.

Sind Netzwerke und Blogger-Agenturen hilfreich oder kontraproduktiv für Unternehmens-Tuber und warum?

Ich habe bisher die Erfahrung gemacht, dass Netzwerke oder Agenturen in der Tat kontraproduktiv sind. Dadurch verzögert sich nur alles. Sie fungieren oft als „Zwischenmann“ und verhindern die direkte Kommunikation zwischen Unternehmen und YouTubern. Dann kann es zu Missverständnissen kommen und beide Seiten sind unglücklich.

Wie sind deine Erfahrungen als Unternehmens-Tuber?

Bisher eigentlich durchweg positiv. Ich sehe das Ganze als eine extrem gute und vor allem auch offene Form der Zusammenarbeit mit einem Unternehmen und ich hoffe natürlich, dass das auch in Zukunft so bleibt.

Was ist für Unternehmen bei einer Kooperation mit Bloggern wichtig?

Bloggen für ein Unternehmen ist also eine Möglichkeit, um als YouTuber Geld zu verdienen. Aber auch die Firma hat Ansprüche an die Kooperation. Deshalb haben wir Sebastian Gebert von Sparhandy gefragt, worauf es aus unternehmerischer Sicht bei der Zusammenarbeit mit YouTubern ankommt.

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Sebastian Gebert ist bei der Sparhandy GmbH fürs Marketing zuständig und betreut die YouTuber und Blogger, mit denen sein Unternehmen kooperiert.

Lieber Sebastian, warum setzt ihr als Unternehmen auf Kooperationen mit Bloggern und YouTubern?

Sebastian Gebert: Generell arbeiten wir nur mit YouTubern und Bloggern aus dem Bereich Telco und Tech zusammen. So erreichen wir eine Nutzer- und mögliche Kundengruppe, die wir bisher nicht erschließen konnten.
Dazu kommt noch, dass wir so wirklich einzigartigen Content generieren, den wir in unserem Shop-Umfeld einbauen können. So haben wir es zum Beispiel bei diesem Video zum Galaxy Note gemacht. Hier wurde neben dem Produkttest auch ein tolles Video vom YouTuber TechnikfreundYT eingebunden. Solche Inhalte findet man sonst nirgends.

Was hat sich verändert seit dem Start des Kanals “Sparmag”?

Generell die Prozesse innerhalb des Unternehmens bei uns selber. Wir haben von jetzt auf gleich einen komplett neuen Bereich ins Leben gerufen, in dem wir noch viel lernen müssen.

Warum setzt Ihr auf einen eigenen YouTube-Kanal statt beispielsweise Produktplatzierungen auf anderen Channels?

Generell machen wir ja beides. Wir haben unsere drei festen YouTuber, die den sparmag-Channel auf YouTube betreuen und pflegen. Aber mit anderen YouTubern arbeiten wir auch weiterhin zusammen. Dadurch bekommen wir komplett authentische Video-Tests zu unseren neuen Produkten, vergrößern aber auch unsere generelle Reichweite auf YouTube. Und auch auf Twitter, wo die einzelnen Videos immer geshared werden.

Für welche Unternehmen lohnt sich YouTube?

Es ist schwer zu sagen, für wen es sich nicht lohnt. Allerdings sollten bei jedem Unternehmen genug Ressourcen vorhanden sein, um so ein Projekt zu wuppen. Es ist nicht einfach damit getan, den Partnern nur Produkte zu schicken. Sie sind ein Teil des Teams und so sollten sie auch behandelt werden. Mit meinen Kollegen spreche ich ja auch nicht nur, wenn ich gerade etwas von ihnen möchte.

Wie arbeiten Unternehmen am besten mit einem YouTuber zusammen?

Ich glaube nicht, dass es wirklich nur einen Weg gibt. Jedes Unternehmen muss für sich entscheiden, welcher der richtige Weg ist. Bei der Suche nach YouTubern sollte man sich auch nicht nur auf einen Ansprechpartner in einem YouTube-Netzwerk verlassen, sondern sich selber ein Bild von der Fangemeinde des YouTubers machen. Und dann entscheiden, wie eine Marke und ein Produkt am besten eingebunden werden können.
Meistens haben die YouTuber selber auch wesentlich bessere Ideen, weil sie ihre Fans einfach besser kennen. Und somit wiederum besser entscheiden können, was innerhalb einer Kooperation funktioniert und was nicht.

Was funktioniert nicht?

Aus der Sicht von Sparhandy und dem Sparmag kann ich nicht sagen, dass etwas nicht funktioniert hat. Wir sind mit dem Ergebnis bisher sehr zufrieden, daher ist es schwer, hier eine generelle Aussage zu treffen.

Wie sind eure Erfahrungen mit YouTubern als Geschäftspartner?

Mit unserem Kernteam sind wir sehr, sehr zufrieden. Alle drei arbeiten wirklich sehr professionell und bringen viel Know-How mit, was die Zusammenarbeit sehr erleichtert. Mit anderen YouTubern gab es allerdings einige Fälle, bei denen keine Absprachen gehalten worden sind. Wir möchten immer alles so einfach wie möglich gestalten, um die Zusammenarbeit für beide Seiten zu vereinfachen. Wenn aber auch grundsätzliche Abmachungen mit Füßen getreten werden, ist es sehr ärgerlich. Generell kann es aber nicht Ziel einer Zusammenarbeit sein, alles per Vertrag festzuhalten. Wer will das schon?

Sind Netzwerke und Agenturen hilfreich oder kontraproduktiv für eine Zusammenarbeit und warum?

Ich denke, dass viele Agenturen und Netzwerke sich gut verkaufen, aber leider zu selten jedem Kunden etwas anbieten können. Viele können sich auch gar nicht in den Kunden reinversetzen. Wir als Unternehmen im Mobilfunk-E-Commerce können zum Beispiel wenig mit Werbung auf Channels von LetsPlayern anfangen, aber genau das wurde uns von einer Agentur bewusst so angeboten. Mit solchen Aktionen züchtet man sich nur unzufriedene Kunden hoch.

Wie stark bindet ihr eure Blogger in die Themen- und Format-Ideenfindung mit ein?

Unsere Jungs sind komplett frei. Warum sollen wir Ihnen etwas vorschreiben, auch noch in einem Bereich, wo wir nicht die Experten sind? Letzten Endes wollen wir deren Reichweite und deren Zielgruppe erreichen, das schaffen wir aber sicherlich nicht, wenn wir unser Ding in deren Welt durchziehen.
Natürlich gibt es Events wie die IFA, wo wir die Jungs mit einbauen und auch gewisses Material benötigen. Wie das aber geliefert wird, da halten wir uns komplett raus.

Wie reagieren YouTuber, wenn ihr bei ihnen für eine Kooperation anfragt?

Wenn wir die ganz großen Player mal außen vor lassen, gab es bisher niemanden, der nicht mit uns arbeiten wollte. Natürlich müssen für beide Seiten die Rahmenbedingungen passen. Das entscheidet sich aber nicht immer nur an finanziellen Fragen.

Alle Bilder © Sparmag

Im Interview: Franz

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